Medieval Ashkenaz

Corpus der Quellen zur mittelalterlichen Geschichte der Juden im Reichsgebiet

Siegel

Projektleitung: Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz

Projektbeteiligte: Universität Trier – Arye Maimon-Institut für Geschichte der Juden

Förderer: Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz

Laufzeit:

Ansprechpartner (TCDH): Dr. Thomas Burch

Forschungsbereich(e): Softwaresysteme und Forschungsinfrastrukturen, Digitale Edition und Lexikographie

Schlagworte:

Technologie:

Projektseite: Medieval Ashkenaz

Im deutschsprachigen Raum wurde es bislang versäumt, die Geschichte der Juden mit der allgemeinen Geschichte zu verknüpfen, was besonders deutlich in einem Mangel an Quelleneditionen, Regestenwerken und Inventaren zutage tritt. Dieses Forschungsdefizit möchte das Projekt „Corpus der Quellen zur mittelalterlichen Geschichte der Juden im Reichsgebiet“ schließen, indem es erstmals alle relevanten zeitlich und räumlich fixierbaren Quellen zur Geschite der Juden im Gebiet des römisch-deutschen Reiches für den Zeitraum von 1273–1519 erfasst.

Zur Aufnahme und Bearbeitung der elektronischen Daten wurde die vom Kompetenzzentrum in Kooperation mit dem Sonderforschungsbreich 600 „Fremdheit und Armut“ entwickelte virtuelle Arbeits- und Forschungsumgebung FuD modifiziert und um neue Funktionalitäten erweitert.

Grundlage des Langzeitprojekts ist die problemorientierte Forschung zur Geschichte der Juden. Die Erschließung der Quellen und deren Präsentation in der Edition sind unmittelbar mit der Forschung verknüpft. Damit wird zugleich eine qualitativ neue Basis für die Erforschung der Geschichte der Juden in den zentralen Landschaften Mitteleuropas geschaffen. Dadurch erhält zugleich die vergleichende europäische Geschichte für ein Vierteljahrtausend ein festes Fundament mit aussichtsreichen religionsübergreifenden Perspektiven.

Das Langzeitprojekt bietet die realistische Chance, der noch immer viel zu geringen Berücksichtigung der Rolle der Juden in der bisherigen Geschichtswissenschaft entgegenzuwirken. Es ist begründet davon auszugehen, dass es wesentliche neue Erkenntnisse über die langwährende grundlegende und bis zur Gegenwart aktuelle Bedeutung der Beziehungen zwischen den beiden monotheistischen Religionen in lokalen, regionalen und kulturräumlichen Bezügen für die Geschichte bietet. Ebenso berechtigt ist die Aussicht, dass es sich nachhaltig positiv auf die akademische Lehre, den Schulunterricht und insgesamt auf die Öffentlichkeit auswirkt.

Themen