Arthur Schnitzler digital veröffentlicht „Traumnovelle”
Neues Werk online
18.02.2026 | Allgemein
Im Blickpunkt der Novelle steht die Geschichte eines Ehepaars, Fridolin und Albertine, die einander erstmals ihre Sehnsüchte nach erotischen Abenteuern mit anderen Partnern offenbaren, sich daraufhin zu verlieren drohen und infolge eines wechselseitigen Erkenntnisprozesses dann doch wieder zueinander finden und „einander traumlos nah“ zu sein scheinen. Schnitzler hat seine versöhnlich endende Erzählung nach einem längeren, mit seiner Lebensgeschichte und dem Auseinanderbrechen der eigenen Ehe eng verwobenen Arbeitsprozess 1925 fertiggestellt. Auf welch faszinierende Weise seine Geschichte von (Un-)Treue, Liebe und Eifersucht im Verlauf von rund vierzig Jahren Gestalt annahm, wobei Teile des Plots parallel durch andere Werke des Autors wanderten und ein Märchen aus Tausendundeine Nacht an Bedeutung gewann, lässt sich mit Hilfe des erstmals vollständig edierten, knapp vierhundert Seiten umfassenden Materials jetzt im Detail verfolgen. Die Edition präsentiert auch den zunächst handschriftlich notierten und im Rahmen eines 29-seitigen Typoskripts ausgeführten Entwurf zu einem Filmskript, das Schnitzler Ende 1930, d.h. nach dem Druck seiner Novelle, auf Wunsch des Regisseurs G. W. Pabst hin begann. Zu Schnitzlers Lebzeiten kam die geplante Tonverfilmung dann nicht mehr zustande – aber auch sein Skript zählt wohl zu den Vorlagen für Kubricks knapp siebzig Jahre später vollendete kongeniale Verfilmung eines Meisterwerks.
Hier geht es zur digitalen Edition und zur Traumnovelle: Arthur Schnitzler digital
Mehr Hintergrund zum Forschungsprojekt
Das Forschungsprojekt Arthur Schnitzler digital. Digitale historisch-kritische Edition (Werke 1905 bis 1931) wird von Wissenschaftler*innen an der Bergischen Universität Wuppertal, der University of Cambridge und dem University College London in Kooperation mit der Cambridge University Library, dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, dem Arthur-Schnitzler-Archiv-Freiburg sowie mit dem Trier Center for Digital Humanities durchgeführt. Das deutsche, Anfang 2012 gegründete und als Forschungsvorhaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste im Rahmen des Akademienprogramms geförderte Teilprojekt bearbeitet die Werke ab 1914.

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