„Fragmente aus der Zukunft“

Ein Kolloquium zur Romantikforschung

„Fragmente aus der Zukunft“

Datum:

19.02.2026 bis 20.02.2026

Ort:

Liefmannhaus
Goethestraße 33
79100 Freiburg im Breisgau

Kategorie(n):

Veranstaltung
Am 19. und 20. Februar 2026 findet in Freiburg das nächste Kolloquium zur Romantikforschung statt.

Organisation: Dominik Zink (ALU Freiburg) / Frederike Middelhoff (GU Frankfurt) 

Im 22. Athenäum-Fragment definiert Friedrich Schlegel den Begriff „Projekt“. Laut Schlegels Auffassung, in der frühromantische Dialektik und epigenetisch-progressive Theorie miteinander verschränkt werden, ist ein Projekt „der subjektive Keim eines werdenden Objekts“ oder auch: ein „Fragment[] aus der Zukunft“ (KFSA II 1967, S. 168). Wer ein Projekt verfolgt, müsse in der Lage sein, Idealisierung und Realisierung, Komplementierung und Applikation gleichzeitig zu adressieren. Das Kolloquium zur Romantikforschung möchte sich dieses Verständnis des Projekts als Arbeit an Fragmenten zur Maßgabe machen und lädt dazu Romantikforschende ein, ihre Entwürfe, Ideen, Schreibproben und (noch) fragmentarischen Arbeitsergebnisse als „Fragmente aus der Zukunft“ im Rahmen regelmäßig stattfindender Treffen zu diskutieren. Das Kolloquium findet abwechselnd in Frankfurt und Freiburg statt und dient einerseits dem Austausch und der Vernetzung zwischen etablierten und early-career Romantikforschenden und zielt andererseits darauf ab, Projekte und Forschungsbeiträge zur Romantikforschung in einem geschützten Raum vorstellen und mit einschlägigen Wissenschaftler:innen besprechen zu können. Das Format ist daher offen und vielfältig bespielbar: Präsentiert und diskutiert werden können u.a. Forschungsvorhaben, Primärtexte, Kapitel aus Abschlussarbeiten, Aufsatzentwürfe usw. Das vierte Kolloquium findet in Freiburg statt.

Das nächste Fragmente-Kolloquium findet am 4. und 5. März 2027 in Freiburg i.Br. statt. Wer sich für eine Teilnahme interessiert, ist herzlich eingeladen, sich frühzeitig bei den Organisator*innen zu melden.

Programm

19.02.2026 (Donnerstag)

Open Doors ab 12:00 Uhr

13:00-13:15 Uhr Dominik Zink (Freiburg), Frederike Middelhoff (Frankfurt a.M.): Begrüßung

Sektion I Moderation: Dominik Zink

  • 13:15-14:15 Cosima Jungk (Frankfurt a.M.): „Ungenießbar“, „dürr und trocken“. Dorothea Schlegels Literaturkritik in späten Briefen
  • 14:15-15:15 Matteo Zupancic (Pisa): Natura facit saltus? Romantische Divergenzen im Verständnis biologischer Kontinuität (Novalis vs. Schelling)

15:15-15:45 Pause

Sektion II Moderation: Frederike Middelhoff

  • 15:45-16:45 Anita Martin (Bern): Wiedergewonnene Heiligkeit in Achim von Arnims Päpstin Johanna (1813)
  • 16:45-17:45 Pauline Preisler (St Andrews): Theatralität vs. Theater als Trance in de Quinceys Confessions of an English Opium-Eater

17:45-18:15 Pause

Sektion III Moderation: Christiane Holm (Halle)

  • 18:15-19:15 Max Kloppert: „Das Geheimniß der Handschrift“. Achim von Arnims Seltsames Begegnen und Wiedersehen

20:00 Uhr Abendessen

20.02.2026 (Freitag)

Sektion IV Moderation: Cornelia Ilbrig (Frankfurt)

  • 9:30-10:30:  Roya Kehl (Würzburg): Die unsichtbare Hand des impliziten Autors in Ludwig Tiecks William Lovell (1795/96)
  • 10:30-11:30 Elizabeth Ramsey (Cambridge): Das Fremde Kind: Spielkonstellationen und Maschinenmenschen bei Clemens Brentano und E.T.A. Hoffmann

11:30-13:00 Mittagspause

Sektion V Moderation: Claudia Bamberg (Trier)

  • 13:00-14:00 Joanna Raisbeck (London): Romantikgegner (im Umfeld des Cotta'schen Morgenblatts).
  • 14:00-15:00: Rebecca Heinrich (Freiburg): „die Sehnsucht […] nach der romantisch aufgefaßten Natur“. Ökokritische Mensch-Pflanzen-Verhältnisse im Vergleich der Naturlyrik von Romantik und Gegenwart

15:00-15:30: Kaffeepause

Sektion VI Moderation: Christiane Holm (Halle)

  • 15:30-16:30: Ornella Antonino (Tübingen): Fremdheit in Wilhelm Müllers Gedichtzyklus Die Winterreise

19:00 Gemeinsames Abendessen