Lecture on „,kein Traum ist völlig Traum’. Die Genese der ,Traumnovelle’ in der digitalen Arthur Schnitzler-Edition”
As part of the TCDH Research Colloquium "Perspectives in Digital Humanities"
Date:
02.07.2026Place:
4–6 pm (c.t.)
via Zoom: https://uni-trier.zoom-x.de/j/66261809878?pwd=ba9y7FbUVGKg2cyCO5yvYp57LK4CjU.1
Categories:
EventContact:
Claudia BambergFrank Queens (Trier University / TCDH), Michael Scheffel (University of Wuppertal), Anne Schittek (University of Wuppertal), Olivia Varwig (Universities Wuppertal/Würzburg): „,kein Traum ist völlig Traum’. Die Genese der ,Traumnovelle’ in der digitalen Arthur Schnitzler-Edition”
Im Mai 1926 erschien Arthur Schnitzlers „Traumnovelle” als Buch im S. Fischer Verlag. Die Erzählung zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Novellen des 20. Jahrhunderts und wurde nicht zuletzt mit der Verfilmung „Eyes Wide Shut” (1999) des US-amerikanischen Regisseurs Stanley Kubrick (mit Tom Cruise und Nicole Kidman in den Hauptrollen) weltweit bekannt. Zum 100. Jubiläum des Bucherstdrucks präsentiert das Forschungsportal „Arthur Schnitzler digital. Digitale historisch-kritische Edition (Werke 1905 bis 1931)” (www.arthur-schnitzler.de) nun eine historisch-kritische Edition des Textes mit allen überlieferten Dokumenten, die zu seiner Entstehung gehören.
Im Blickpunkt der Novelle steht die Geschichte eines Ehepaars, Fridolin und Albertine, die einander erstmals ihre Sehnsüchte nach erotischen Abenteuern mit anderen Partnern offenbaren, sich daraufhin zu verlieren drohen und infolge eines wechselseitigen Erkenntnisprozesses dann doch wieder zueinander finden und „einander traumlos nah“ zu sein scheinen. Schnitzler hat seine versöhnlich endende Erzählung nach einem längeren, mit seiner Lebensgeschichte und dem Auseinanderbrechen der eigenen Ehe eng verwobenen Arbeitsprozess 1925 fertiggestellt. Auf welch faszinierende Weise seine Geschichte von (Un-)Treue, Liebe und Eifersucht im Verlauf von rund vierzig Jahren Gestalt annahm, wobei Teile des Plots parallel durch andere Werke des Autors wanderten und ein Märchen aus Tausendundeine Nacht an Bedeutung gewann, lässt sich mit Hilfe des erstmals vollständig edierten, knapp vierhundert Seiten umfassenden Materials jetzt im Detail verfolgen.
Im Vortrag zeigen Anne Schittek und Olivia Varwig, wie die Genese dieser Erzählung in der digitalen Edition nachvollziehbar gemacht wird; Frank Queens erläutert die technischen Voraussetzungen und Michael Scheffel stellt die Kommentierung zum Lesetext vor.
In the summer semester of 2026, we are continuing our lecture series as part of the TCDH Research Colloquium. This semester's programme ranges from questions of digital indexing and networking of historical texts and dictionaries, to legal and ethical challenges in handling research data, through to digital editions and platform solutions for humanities research.
You are warmly invited to attend and join the discussion!
