Digitalisierung und elektronische Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels

AW Schelegel Korrespondenz

Projektleitung: Prof. Dr. Thomas Bürger  (Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) · Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden · Prof. Dr. Jochen Strobel  (Philipps Universität Marburg – Neuere deutsche Literatur ) · Philipps Universität Marburg – Neuere deutsche Literatur · Dr. Thomas Burch  (Universität Trier - Trier Center for Digital Humanities (TCDH)) · Universität Trier - Trier Center for Digital Humanities (TCDH)

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: -

Ansprechpartner (TCDH): Dr. Claudia Bamberg; Radoslav Petkov

Referenzpublikation:

Jochen Strobel: Eine digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels. In: Athenäum 22 (2012), S. 145-151; sowie in: Geschichte der Germanistik. Mitteilungen 41/42 (2012), S. 135-138; Claudia Bamberg: „Schreiben Sie mir ja über alles“ – Wozu eine digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels? In: Vom Nutzen der Editionen. Zur Bedeutung moderner Editorik für die Erforschung von Literatur- und Kulturgeschichte. Hg. v. Thomas Bein (= Beihefte zu edition; 39). Berlin u.a. 2015, S. 19-26.

Forschungsbereich(e): Softwaresysteme und Forschungsinfrastrukturen, Digitale Edition und Lexikographie

Schlagworte: virtuelle Rekonstruktion von dislozierten Beständen, Briefe, correspSearch

Technologie:

Projektseite: Digitale Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels

August Wilhelm Schlegel (1767-1845) ist unter den Autoren der deutschsprachigen Romantik sowohl der vielseitigste als auch der am meisten unterschätzte. Trotz seines immensen Einflusses als Übersetzer, Literat, Kritiker und Gelehrter war sein Werk bis in die jüngste Zeit hinein nur unzureichend erschlossen und vergleichsweise wenig erforscht. Bis heute ist der Leser auf eine unvollständige Werkausgabe angewiesen, die Schlegels Weggefährte Eduard Böcking 1846ff postum edierte. Auch im Bereich der Briefedition, die meist nur aus Einzelkorrespondenzen besteht, klaffen gravierende Lücken. Der Forschung nun eine verlässliche und weltweit nutzbare Materialgrundlage zur Verfügung zu stellen, ist Ziel der Briefedition. Sie zielt auf die Verzeichnung, Digitalisierung und Edition aller in Dresden und andernorts liegenden Briefe von und an Schlegel.

Die digitale Edition vereint den Briefnachlass von August Wilhem Schlegel

Im Rahmen des Projektes sollen nun die in über 100 Publikationen des 19. und 20. Jahrhunderts verstreut gedruckten Briefe sowie der gesamte handschriftlich überlieferte Briefnachlass (Briefe von und an A.W. Schlegel) in einer digitalen Edition zusammengeführt, faksimiliert, transkribiert und im Volltext durchsuchbar gemacht werden. An der SLUB Dresden wurden zu diesem Zweck Imagedigitalisate der bisher gedruckt erschienenen Briefe (ca. 2.500) und der Briefautographe (3.646) angefertigt und über das lokale Katalogsystem zunächst als digitale Sammlung zur Verfügung gestellt. Das Corpus wurde vervollständigt durch die an externen Institutionen beheimateten Briefe (ca. 1.260), die direkt in FuD integriert wurden. Die fachwissenschaftliche Durchführung der Edition – zu der die Transkription, die biobibliographische Erschließung, die inhaltliche Textauszeichnung der Volltexte sowie die Registererstellung zählen – erfolgte dann an der Universität Marburg.

Die technische Entwicklung, die Schnittstellenprogrammierung sowie das UX-Design leistet das TCDH-Team

Das TCDH-Team brachte sich mit seiner Kompetenz in verschiedenen Bereichen des Projektes ein: In Zusammenarbeit mit einem chinesischen Dienstleister wurden die bereits gedruckt vorliegenden Briefe in Fraktur Volltexte generiert, während die Volltexte der Antiqua-Drucke mittels eines OCR-Verfahrens in die Edition aufgenommen wurden. Ebenso fiel die Schulung der Marburger Mitarbeiter im Bereich XML und TEI sowie die Hilfestellung bei der Bedienung der Editionssoftware in den Zuständigkeitsbereich des Kompetenzzentrums. Wesentliches Aufgabenfeld war aber die Bereitstellung der technischen Infrastruktur für die Arbeit an der Edition. Dabei ging es insbesondere um die Schnittstellenprogrammierung, die den Austausch mit eingeführten Softwaresystemen (etwa dem DFG-Viewer) sowie dem Katalogsystem der SLUB Dresden und der ULB Bonn ermöglichen. Über diese Schnittstelle können die Images der gedruckten Briefe, die faksimilierten Autographen sowie weitere Daten in die Arbeitsumgebung von FuD importiert und hier im Zuge des Editionsprozesses weiterverarbeitet werden (Vereinheitlichung, Zuordnung, inhaltliche Erschließung). Darüber hinaus leistet FuD Unterstützung bei der Erfassung der Briefmetadaten, der Erstellung der Handschriftentranskriptionen und des mehrgliedrigen Registers sowie der Vernetzung der Einzelbriefe zu Korrespondenzketten und bereitete so die elektronische Online-Publikation vor. Die graphische Oberfläche wurde ebenfalls am Trierer Kompetenzzentrum entwickelt.

Durch die kontinuierliche Datenpflege über die von FuD bereitgestellten interaktiven Tools können Nutzer:innen der internationalen Fachwissenschaft bereits seit 2014 auf das 'work in progress' und damit auf den editorischen Datenbestand zugreifen. Die vollständige Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels wird Ende 2021online gehen und dann auch vollständig für Anschlussforschungen aus denkbar vielfältigen Wissenschaftsbereichen zur Verfügung stehen.

Team TCDH

Dr. Claudia Bamberg
E-Mail: bambergatuni-trier [dot] de
Tel: +49 651 201-3790

Dr. Thomas Burch
E-Mail: burchatuni-trier [dot] de
Tel: +49 651 201-3364

Radoslav Petkov
E-Mail: petkovatuni-trier [dot] de
Tel: +49 651 201-3359

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